The Man from Nowhere (2010) // Rezension

Asiatische Filme werden von deutschen Kinos schlicht ignoriert, sie erscheinen hier leider fast ausnahmslos direkt fürs Heimkino. Bei dem koreanischen Thriller „The Man from Nowhere“ (Originaltitel: Ajeossi) ist dies auch der Fall, obwohl er in Korea 2010 der erfolgreichste Film war und dort wichtige sieben Preise bei den „Korean Film Awards“ erhielt, erscheint er in Deutschland am 27.05.2011 nur auf Blu-Ray und DVD.

Der mir bisher unbekannte Regisseur Jeong-beom Lee zeigt in „The Man from Nowhere“ den schweigsamen Pfandleiher Tae-Sik, welcher in einem heruntergekommenen Viertel wohnt. Sein einziger Kontakt zuf Aussenwelt ist mit seiner Nachbarstochter So-Mi deren Mutter ein Heroin-Junkie ist und sich kaum um sie kümmert. Als die Mutter eines Tages Heroin von einem mächtigen Syndikat stiehlt und bei Tae-Sik ohne sein wissen deponiert, wird dieser in einen Bandenkrieg verwickelt und es entpuppt sich, dass er früher Spezialagent war. Tae-Sik hat nichts zu verlieren hat und sucht die Entführer seiner ihm liebgewonnenen Nachbarin So-Mi, um diese zu retten.

Der Action-Thriller entpuppt sich trotz der recht bekannten, vorhersehbaren Handlung, welche auch von Jeong-beom Lee geschrieben wurde, als überraschend gut. Visuell und audiovisuell ist er mehr als gelungen, ein paar Einstellungen sind obwohl es ein düsterer Film ist, sogar sehr schön. Die Musik ist einprägsam hat eine wunderbare Melodie und unterstützt den Film passend. Das Beste an „The Man from Nowhere“ ist neben den technischen Aspekten, jedoch die schauspielerische Leistung. Bin-Won (Brotherhood, Mother) der den Protagonisten Tae-Sik spielt, liefert eine grandiose Schaupielleistung ab und obwohl sein Charakter kaum spricht hat er trotzdem ein paar herzzerreisende Momente. Auch die Nebencharakter, welche leider teilweise comichaft sind, wurden überzeugend von den restlichen Schauspielern dargestellt. Kompromisslos ist so wie der Hauptcharakter Tae-Sik auch Lee der Regisseur. Er zeigt viel Gewalt, Blut und Kämpfe. Leute werden gefoltert und es gibt viele Feuergefechte und Schlägereien. Hart sind manche Szenen, aber nichts was man nicht schon gesehen hätte und wenigstens wurde der Film nicht für ein breiteres, jüngeres Publikum abgeschwächt, sondern möglichst realistisch gehalten. Die Action-Szenen kennzeichnen den Film denn Tae-Sik hat viel drauf als ehemaliger Agent, aber anders als in vielen anderen Action-Thrillern sind seine Fähigkeiten sogar fast immer glaubhaft. Ein unterhaltsamer und spannender Film, welcher zwar nicht durch seine Story, aber aufgrund der tollen Besetzung, schönen technischen Umsetzung und spektakulären Actionsequenzen glänzt.

6/10

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